2005/2006

 

2005/2006

„Infraestructura I–IV"

Auf  Einladung des Goethe-Instituts und der Humboldt-Gesellschaft führte ihn das interkulturelle Ausstellungsprojekt „Infraestructura I–IV" (2005/2006) mit einer Ausstellungstrilogie nach Quito, Guayaquil und Cuenca in Ecuador.  Es war das vorerst letzte Projekt, bei dem Klie seine Arbeit in direkten Bezug zu gesellschaftlichen Phänomenen stellte.
Für die Ausstellung entwickelte er eine multimediale Konzeption in vier Räumen (Skulptur, digitale Fotografie, computergenerierte Bilder, Video- und Audioinstallation). Mit dem Blick des Fremden von außen, stellte er die Frage nach Identitätskonstrukten in Ecuador, die Geschichte und Gegenwart stets abhängig von der gewählten Perspektive erscheinen lassen. Es ging Klie, so Rudolf Kalkbrenner im Katalog, „…um die geistige Infrastruktur des Landes.  (…) Einige originäre „kulturelle Quellen“ der Identität sind verödet – andere haben sich aufgetan und der augenblickliche Weg hat wohl überwiegend ein weiteres Wachstum des notwendig Materiellen im Blick. […] Die Perspektive des Künstlers ist hier ein Zeigen und Sichtbarmachen, kein Werten.“
Das Zentrum der Ausstellung bildeten 40 computergenerierte Bilder („Cualidades, virtudes y vicios“ – Eigenschaften, Tugenden und Laster), die, kombiniert mit Begriffen, ein Kompendium der Widersprüche wirtschaftlich-materieller, kulturell-geistiger und menschlich-mentaler  Gegebenheiten darstellten. Klie zitierte die Manier surrealistischer Bild-Text-Kombinatorik. Er schrieb im Katalog: „ Eigenschaften, Tugenden und Laster bilden selten eine glückliche Synthese – und der Horizont dieser Schwierigkeit liegt nicht nur im Betrachter und seiner Perspektive begründet, sondern auch im Betrachteten und seinem Bewusstsein, betrachtet zu werden.“