1980/1985

 

1980/1985

Das Mysterium der Wirklichkeit – die postmoderne Malerei

Ein wesentliches Charakteristikum des malerischen Werks seit 1980: Die formale Beschreibung  der Arbeiten fällt leicht – die inhaltliche Analyse nicht.  Es waren René Magritte und Ludwig Wittgenstein, die den Hintergrund von Klies Gedankengängen bildeten, beide verbunden durch einen Fokus auf den Begriff „Mysterium“ und ihre Reflexion von Schlüsselbegriffen wie  „Gleichartigkeit und Ähnlichkeit“, auf die sich Klie später noch intensiver beziehen sollte. Ironie und das Zitieren waren in den frühen 80er Jahren in der Kunst oft nur instrumentell denkbar, eine philosophische Grundlegung dieser Praxis als Grundhaltung wurde nur selten anerkannt. Die in dieser Zeit wachsende postmoderne Anschauung stellte die Ideen von Freiheit, Originalität und Authentizität in Frage, setzte bewusst Zitate anderer Künstler ein und verband historische und zeitgenössische Stile, Materialien und Methoden und unterschiedliche Kunstgattungen miteinander.

 Klie lehnte Ästhetik als dekoratives Element ab, das Artifizielle hielt er zurück. Die bildnerischen Mittel wurden geradezu puristisch eingesetzt, formal herrschte eine Art klassischer Ausgewogenheit, Statik und Harmonie. Klie benutzte diese akademischen Regeln und Einteilungen nur, so wie alle Kunststile, Kunstsparten und kulturellen Produkte zur Verfügung standen.  Er nahm sich die Freiheit, sie, je nach künstlerischem Bedarf, zu reflektieren und zu bearbeiten.
 Die Bilder sollten Ausdruck eines freien Denkens sein:  „Die Bilder dekorieren nicht mein Denken, mein Denken zerstört alles Dekorative.“ Wenn jemand innehält, weil ihm etwas auffällt und er zögert, dann oft, weil ihn ein Gedanke gestört hat, der nicht geklärt ist. Eine Frage, die ihre Antwort sucht?

  Die Bilderfindungen  lösten zunehmend Gedankengänge aus, die sich dagegen sperrten mit kausal begründeten Denkweisen und deren Ergebnissen zu kooperieren. Die Bildorganisation ließen  eindeutige inhaltliche Entsprechungen erwarten,, die entschlüsselbar erschienen. Sie waren es aber nicht. Entgegen gängiger Assoziationsmuster behauptete/suggerierte das kalkulierte Zusammenspiel der Bildelemente eine inhaltliche Verknüpfung, die ohne Rechtfertigung war. Dies spiegelte sich auch in paradoxen Bildtiteln wider, die oft eine Falle, Sackgasse oder eine bewusste Irreführung waren. Der surreal-poetische Effekt der Bildtitel wies über die Bedeutung des sichtbaren Bildbestands hinaus, darin war Klie Surrealist. Ein Meta-Surrealist.
 Seine Bilder rufen damit eine reizvolle Spannung hervor, wie wir diese lösen sollen, zeigen sie uns allerdings nicht. Die Bilder haben eine Lösung, einen Ausgleich mit ihren eigenen Mitteln hergestellt, und man kann die Abwesenheit von Weltbedeutung als den Kern erkennen, den sie umkreisen. Sie stellen keine Fragen, denn es gibt auf sie keine Antworten die sich aussprechen ließen.

Blühendes, 1981

Die gigantischen Tage, 1982

Das Gedankengebäude, 1985